Zafran Restaurant Bonn

Vor etwa zwei Jahren habe ich in Hamburg zum ersten Mal in einem afghanischen Restaurant gegessen und muss sagen, dass es mir die Speisen des Landes am Hindukusch wirklich angetan hatten. Geschmacklich sind sie zwischen der würzig-scharfen indopakistanischen und milden persischen Küche einzuordnen. In besonders guter Erinnerung war mir hierbei ein Spinatgericht namens „Sabzi“ geblieben.

Glücklicherweise hatte mich ein Bruder vor einiger Zeit darauf hingewiesen, dass es im Bonner Stadtteil Bad Godesberg ein afghanisches Restaurant mit Halal-Speise gibt, das zudem „All-you-can-eat“ anbietet. Nachdem wir es uns mehrfach vorgenommen hatten, konnten wir heute endlich unser Vorhaben verwirklichen. Vom Bahnhof Bad Godesberg mussten wir ca. 10 Minuten zu Fuß gehen, bis wir das afghanische „Zafran-Restaurant“ erreichten.

Die Atmosphäre – Sauber, angenehm, mit orientalischem Flair

Ich weiß nicht, wie es euch geht; aber jetzt, wo ich das Foto betrachte, muss ich sagen, dass die beiden roten Laternen am Eingang dem Restaurant einen Hauch von Ostasien verleihen. Aber mir persönlich hat der erste Eindruck von außen gefallen – das Zafran sieht jedenfalls einladend aus.

Im Innern kommt ein orientalisches Flair auf, das vor allem durch die Rundbögen in den Wänden hervorgerufen wird, die mit freundlichen blauen Lichterketten dekoriert sind (einen solchen Rundbogen, jedoch ohne Beleuchtung, könnt ihr sehen, wenn ihr auf dem Foto durch das Fenster auf der linken Seite blickt). Hierbei helfen auch einige Wandbemalungen, das Orientalische zu unterstreichen.

Erwähnenswert ist auch, dass das Restaurant einen sauberen und gepflegten Eindruck hinterlassen hat.

Die Bedienung – Ein wenig kühl und zurückhaltend

Bereits als ich am Mittag bei Zafran anrief, um zu fragen, ob das „All-you-can-eat“-Angebot nur mittags oder den ganzen Tag gilt, wirkte der Mitarbeiter am Telefon ein wenig kühl. Er war nicht unfreundlich, aber ein wenig mehr Elan hätte nicht geschadet. Dieses Bild hat sich dann beim Restaurantbesuch bestätigt. Der Mitarbeiter ging konzentriert seiner Arbeit nach, war wortkarg und zurückhaltend. Deshalb kann gesagt werden, dass der Service zwar in Ordnung war, mehr aber auch nicht. Positiv muss jedoch noch angemerkt werden, dass der Mitarbeiter einmal zwischendurch zu unserem Tisch kam und uns fragte, ob uns das Essen schmeckt.

Das Essen – Für den Preis unschlagbar!

Das „All-you-can-eat“-Buffet bei Zafran kostet 10 Euro pro Person, und was man dafür geschmacklich bekommt, ist vom Preis-Leistungsverhältnis her unschlagbar. Mich konnte das Essen jedenfalls überzeugen, und bestätigt nochmal meinen positiven Eindruck von der afghanischen Küche. Aber lasst uns für eine nähere Beschreibung einen Blick auf meinen Teller werfen.

All you can eat Zafran Bonn

Wie bei „All-you-can-eat“ üblich, habe ich meinen Teller mit verschiedenen Gerichten belegt, die das Buffet hergab. Deshalb habe ich diesmal leider auch nur ein Foto, aber das sollte reichen, um einen kleinen Gesamteindruck zu gewinnen. Zudem habe ich euch einige Komponenten nummeriert, damit nicht kompliziert beschrieben werden muss, wo sie sich befinden.

Das Chicken Curry (1) hat genau richtig geschmeckt, die Currysoße hatte genau die richtige Konsistenz, war also weder zu wässrig, noch klumpig oder fad. Wer die Schärfe der indischen Küche nicht vertragen kann, kann hier beruhigt zulangen, denn das Chicken Curry wird in der afghanischen Küche offensichtlich nicht scharf gewürzt.

Der Reis unter dem Chicken Curry ist das berühmte „Kabuli Palau“ (Ja, das Wort Palau ist mit dem türkischen Pilau und dem Persischen Polo verwandt!), das in dieser Variante mit Karotten, Rosinen oder Lammfleischstückchen gemischt wurde. Der Reis ist hier gut gelungen.

Unter Nummer 2 seht ihr schließlich das Sabzi, von dem ich am Anfang geschwärmt habe. Es wird in Ölivenöl angebraten und mit viel Knoblauch und Chili gewürzt. Aber Achtung, das Sabzi hat eine gewisse Schärfe. Auch bei Zafran hat mir das Sabzi vorzüglich geschmeckt!  

Zu den Kofte (3) gehört eine rote Sauce mit gelben Linsen. Die Hackfleischbällchen (=Kofte) waren nicht so meins, waren ein wenig trocken und zu schwach gewürzt. Dafür war der gelbe Reis darunter sehr gut gelungen.

Auch das Stück von der Hähnchenkeule, das ich euch nicht nummeriert habe, hat mich nicht wirklich überzeugt, war aber in Ordnung. Habe mir jedoch sowohl vom Kofte als auch von der Keule keinen Nachschlag geholt.

Geschmacklich interessant war wiederum die grüne Soße, die ihr auf meinem Salat erkennen könnt. Selbst für mich, der wirklich scharfe Küche gewohnt ist, war sie scharf, aber sehr lecker. Keine Ahnung, wie sie heißt, aber falls ihr bei Zafran oder in einem anderen afghanischen Restaurant eine solche grüne Sauce in der Nähe des Salats erblickt, ausprobieren!

Das war es nun mit der Beschreibung meines Tellerinhalts. Lasst uns zum Fazit kommen.

Fazit

Für den Preis für 10 Euro „All-you-can-eat“ pro Person kann man wirklich nichts sagen, das Preis-Leistungsverhältnis stimmt hier vollkommen: Es gibt eine ordentliche Auswahl von afghanischen Gerichten, die gut zubereitet sind. Erwähnenswert ist vielleicht noch für die Vegetarier unter uns, dass auch einige fleischlose Gerichte zum Angebot gehören, die ich leider, außer dem Sabzi, nicht probiert habe. Dennoch könnte sich ein Besuch für euch lohnen, probiert es mal aus.

Insgesamt kann ich für den Besuch bei Zafran eine Empfehlung aussprechen. Vielleicht freuen sich die Mitarbeiter, wenn einige neue Gesichter kommen und kommen dann ein wenig aus sich raus :-).

 

Punktevergabe
Atmosphäre:

88/100 Punkte

Bedienung: 70/100 Punkte
Essen: 90/100 Punkte
Durchschnitt: 83/100 Punkte

 

Kurzinformationen zu Zafran

(Alle Speisen sind halal und es werden keine alkoholischen Getränke angeboten)

Adresse: Friesdorfer Str. 3, 53175 Bonn

Webseite: http://www.afghanisches-restaurant.de/

Preisklasse: 10 €/Person

 

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