Halet al-Sham

Wahrscheinlich ist jeder, der mal über die Schildergasse geschlendert ist, auf „Halet al Sham“ Aufmerksam geworden. Dies liegt daran, weil sie eine zeitlang (ich habe nicht nachgeschaut, ob es immer noch so ist) auf der Höhe von Galeria Kaufhof ein Fahrrad mit einer Werbetafel aufgestellt hatten, das einem den Weg zum syrischen Restaurant wies. Seitdem bin ich sehr neugierig gewesen und bin nun endlich dazu gekommen, es zu besuchen. Diesmal alleine, ohne Begleitung.

Die Atmosphäre – Restaurant mit sympathischen Mängeln

Na gut, der Fehler auf dem Ladenschild, den ihr auch auf dem Foto sehen könnt, ist weniger sympathisch sondern vielmehr peinlich, denn diese Art von Nachlässigkeit ist nicht nachvollziehbar, durch die eine Mischung aus Küche und Küken (Kücken) entstanden ist. Aber ok, wir wollen uns jetzt nicht mit dem Schild aufhalten.

Der Innenbereich des Restaurants ist jedenfalls besser durchdacht als das Schild, sieht gemütlich und einladend aus. Das Orientalische ist natürlich auch in der Einrichtung erkennbar, aber ist nicht allzu aufdringlich, kein Kitsch, weswegen es angenehm ist.

Der erste Stuhl, auf den ich mich setzen wollte, war so wacklig, dass er sicher zerbrochen wäre, weswegen ich ihn, um mir Peinlichkeiten zu ersparen, mit einem anderen tauschte. Als ich nun endlich saß, merkte ich, dass auch der Tisch leicht wacklig war, aber nicht so, dass er gleich zusammenkrachen würde, weswegen ich sitzen geblieben bin. Ich weiß, es klingt jetzt ein wenig eigenartig, aber aus einem mir nicht erklärlichen Grund fand ich diese Mängel sympathisch. Vielleicht weil dieses Restaurant familiengeführt ist, und die fehlende Perfektion die normalen Mängel eines Zuhauses widerspiegelt (Bei mir Zuhause wackelt mein Schreibtisch, an dem ich gerade schreibe). Auch gab es mir ein authentisches Gefühl, so als ob ich tatsächlich in einem orientalischen Land gewesen wäre, in dem diese kleinen Dinge nicht auffallen. 

Die Bedienung – familiär

Der erste Herr, an den ich mich wandte, da er an der Theke stand, verstand leider überhaupt kein Deutsch. Er war jung und es ist sehr wahrscheinlich, dass es sich um einen relativ frischen syrischen Flüchtling gehandelt hat. Dies rechne ich dem Restaurant positiv an, obwohl ich mangelnde Sprachkenntnisse normalerweise bemängeln würde, dass sie syrischen Neuankömmlingen Arbeitsplätze anbieten.

Das Ehepaar, das das Restaurant bedient ist freundlich und ebenso authentisch wie das Restaurant selbst. Hierbei wirkte die Freundlichkeit nicht aufgesetzt sondern ehrlich. Ich habe mich wohlgefühlt, ich würde sagen, sogar etwas heimisch.

Das Essen – Lecker, mit kleinen Schwächen

Teller Halet al Sham

Um einen guten Mix zu haben, habe ich einen Halet Al Sham Teller genommen, der mit 12,50 Euro zu Buche schlug, und dazu eine Fritz Cola für 2,50 Euro. Zu meinem Teller gehörte ein Tabboule (ein levantinischer Salat), ein gefülltes Weinblatt, eine Spinatteigtasche, eine Gemüseteigtasche, eine Käseteigtasche, eine Thymianteigtasche, Muttabel (eine Auberginenpaste, die auf dem Bild leider nicht zu erkennen ist, da sie von der Tabbbouleschüssel bedeckt wird), ein Falafel und ein Kibbeh.

Fangen wir mit dem Tabboule an. Ich habe schon öfters Tabboule bei Libanesen gegessen, und mag diesen Salat eigentlich sehr gerne. Hier war jedoch leider der Anteil an Petersilie zu groß, was aber vielleicht eine Geschmacksfrage ist. Ein klein wenig mehr Tomaten hätten aus meiner Sicht jedenfalls dem Salat gut getan.

Das gefüllte Weinblatt hatte eine Reisfüllung und war wirklich köstlich, da gut gewürzt und nicht mit Olivenöl gegeizt wurde. Was die Teigtaschen betrifft, hat es mir vor allem die Spinattasche mit dem leicht sauren Geschmack angetan. Die Käseteigtasche war auch lecker, aber nichts wirklich Besonderes. Die Gemüseteigtasche hat mich vom Geschmack ein wenig an Pizza Margarita erinnert, ist bestimmt verwandt mit ihr. Die Thymianteigtasche war zu trocken und nicht richtig durchgebacken.

Die Auberginenpaste (Muttabel) hat mir sehr gut gefallen, vor allem, da sie nicht zu weich gewesen ist, sondern noch ein wenig Auberginenkonsistenz vorhanden war. Allgemein kann ich euch sagen, wenn ihr irgendwo Auberginenpaste seht, langt zu, ich jedenfalls bin ein Fan davon.

Obwohl ich jemand bin, der sein Essen gerne salzt, also nicht salzfeindlich ist, war das Falafel mir viel zu salzig. Interessant war jedoch die leichte Schärfe, die ich von Falafel bisher nicht kannte, und das Falafel war auch genau richtig frittiert.

Am leckersten von allem hat mir das Kibbe, eine Art frittierter Kloß, geschmeckt. Es wird auf der Speisekarte als syrische Spezialität gepriesen (haben die Libanesen das nicht auch?), das aus einem Mantel aus Bulgur und Kalbshackfleischbrei besteht und wiederum mit Mandeln, Zwiebeln und wieder Hackfleisch gefüllt ist. Kann ich nur weiter empfehlen.

Fazit

Insgesamt würde ich sagen, dass mir das Halet al-Sham durchaus gefallen hat, aber ich auch nicht überwältigt gewesen bin. Es ist eine interessante Abwechslung, die einen Besuch wert ist, um was Neues auszuprobieren. Vielleicht würde ich beim nächsten Mal anstatt eines Mixes eher ein einzelnes traditionelles Gericht bestellen.

Punktevergabe
Atmosphäre:

75/100 Punkte

Bedienung: 85/100 Punkte
Essen: 77/100 Punkte
Durchschnitt: 79/100 Punkte

 

Kurzinformationen zu Halet al-Sham

(Alle Speisen sind halal und es werden keine alkoholischen Getränke angeboten)

Adresse: An St. Agatha 33-35, 50667 Köln

Webseite: http://www.halet-alsham.de/

Preisklasse: 10-15 €/Person

 

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